chrueter.com, vergessene Essenzen
Blühender Lavendel auf einer Wiese

Das Unkraut von heute war die Apotheke von gestern.

Seit 2018 beschäftige ich mich intensiv mit den Heilkräutern der Natur. Hier zeige ich, wie man sie erkennt, sammelt und zu Salbe, Tinktur und Tee macht.

Zu den Essenzen

Nur echter Lavendel hat den Wirkstoff.

Angefangen hat es im eigenen Garten.

Vor einiger Zeit habe ich angefangen, mich mit den heimischen Heilpflanzen zu befassen. Als Ergänzung zur Schulmedizin und im Zuge einer gesunden Ernährung finde ich es sinnvoll, die Heilkräfte der Blumen und Pflanzen aus dem Garten und unseren Wäldern zu nutzen.

Ich habe eine Ausbildung zur Herstellung von Salben und Tinkturen angefangen und möchte meine Erfahrungen weitergeben. So ist chrueter.com entstanden. Ich freue mich über alle, die sich entschliessen, die Heilpflanzen der Natur zu nutzen.

Fabienne

Vergessene Essenzen

Viele einheimische Pflanzen tragen mit ihren Wirkstoffen zum täglichen Wohlbefinden bei. Hier stelle ich sie nach und nach vor, eine nach der anderen.

Orange Ringelblumenblüte
Ringelblume

Ringelblume

Calendula officinalis

Die wunderschöne Ringelblume bereichert jeden Garten. Wenn man sie pflückt, hinterlässt sie einen klebrigen Film auf den Fingern. Die Ringelblume wirkt wundheilend und entzündungshemmend und lässt sich wunderbar zu Salben und Wundtinktur verarbeiten. Der Wirkstoff sitzt im Kopf der Blüte. Die Blütenblätter verzieren aber auch jeden Salat.

Geschnittener Lavendel im Korb
Lavendel

Lavendel

Lavandula angustifolia

Lavendelbüsche zieren fast jeden Garten. Dabei gibt es den echten Lavendel und den Zierlavendel, der Wirkstoff steckt nur im echten. Mit seiner entspannenden und beruhigenden Wirkung kommt Lavendel in Cremes und Sprays zum Einsatz. Als Hautcreme beruhigt er auch Kinder wunderbar vor dem Einschlafen.

Mutterkraut mit weissen Blüten
Mutterkraut

Mutterkraut

Tanacetum parthenium

Das Mutterkraut sieht der Kamille und dem Gänseblümchen sehr ähnlich. Es setzt sich immer stärker als Heilmittel bei Kopfschmerzen und Migräne durch, und aus eigener Erfahrung kann ich das bestätigen. Immer wieder auftretende Migräne lässt sich am besten mit einer Urtinktur aus Mutterkraut abwenden.

Mariendistel mit violetter Blüte
Mariendistel

Mariendistel

Silybum marianum

Ihren Namen trägt die Mariendistel aus einer alten Geschichte über Maria, die Jesus stillte: Die weisse Zeichnung auf den Blättern steht für die Muttermilch. Eine wunderschöne, äusserst wehrhafte Pflanze, die sich durchsetzt. Sie stärkt die Leber und die Zellerneuerung. Entschlackungskuren im Frühjahr und im Herbst lassen sich mit einer Mariendistel-Urtinktur wunderbar unterstützen.

Johanniskraut mit gelben Blüten
Johanniskraut

Johanniskraut

Hypericum perforatum

Das echte Johanniskraut hat seinen Namen von Johannes dem Täufer, denn die feinen Blätter sind mit kleinen Löchern durchsiebt wie die Zunge von Johannes. Es blüht gelb, färbt eine Tinktur oder einen Ölauszug aber sofort rot. Seit Urzeiten wird Johanniskraut als beruhigendes und stimmungsaufhellendes Heilmittel angewendet.

Blühender Löwenzahn
Löwenzahn

Löwenzahn

Taraxacum officinale

Der Löwenzahn lässt sich nicht unterkriegen und setzt sich jeden Frühling auf allen Wiesen und in jedem Garten durch. Auf der Wiese ist er bei jedem Tier als Nahrung beliebt, im Garten wird er als Unkraut bekämpft. Die jungen Blätter schmecken im Frühling herrlich im Salat. In der Wurzel stecken die Bitterstoffe, die sich bestens für eine Entschlackungskur eignen.

Brennnesselblätter
Brennnessel

Brennnessel

Urtica dioica

Die Brennnessel wächst an jedem Bachbord und im Wald. Das typische Brennen auf der Haut löst bei den meisten Menschen eine leichte allergische Reaktion aus. Brennnesseltee eignet sich bestens als Durchspülungstee, und die Urtinktur kommt im Frühling ebenfalls bei der Entschlackungskur zum Einsatz. Mit dem Wallholz bearbeitet, schmecken die Blätter auch wunderbar im Salat, ganz ohne Pieksen.

Beinwell mit violetten Glockenblüten
Beinwell

Beinwell

Symphytum officinale

Der Beinwell ist unverwüstlich und wächst schon aus dem kleinsten Stück Wurzel wieder nach. In dieser Wurzel stecken auch die Wirkstoffe, die bei stumpfen Verletzungen eingesetzt werden. Aus der Beinwellwurzel lassen sich sensationelle Sportsalben selbst herstellen, gegen Verstauchungen, Zerrungen und Blutergüsse. Und die Bienen lieben einen Beinwellstrauch im Garten.

Bärlauch im Waldboden
Bärlauch

Bärlauch

Allium ursinum

Bärlauch ist ein Frühlingsbote. Kaum werden die Tage länger, spriesst er im Wald. Der knoblauchartige Geruch ist unverwechselbar. Typisch für den Frühling hat er entschlackende und entgiftende Eigenschaften. Aus Bärlauch lässt sich ganz einfach Brot backen oder Salz mörsern.

Spitzwegerich auf der Wiese
Spitzwegerich

Spitzwegerich

Plantago lanceolata

Auch der Spitzwegerich ist eine Frühlingspflanze, doch seine Wirkstoffe sorgen für den nächsten Winter vor. Er löst Schleim und wird gerne bei Husten eingesetzt. Als Sirup mit Zucker oder eingelegt in Honig gibt er seine Wirkstoffe ab und ist im nächsten Winter bereit.

Selber machen

Aus dem, was im Garten und im Wald gerade wächst. Ohne Spezialwerkzeug, mit Mörser, Mixer und Ofen.

Frischer Bärlauch
März · 15 Minuten im Ofen

Bärlauch-Speck-Brötli

Der Bärlauch läutet den Frühling ein. Aus einem ganz gewöhnlichen Brotteig, fein auch mit hellem Dinkelmehl, werden herrliche Bärlauchbrötli.

  1. Frischen Bärlauch im Wald pflücken und dem Brotteig beigeben.
  2. Aufgehen lassen, kleine Brötchen formen.
  3. Bei 230 Grad 15 Minuten backen. Wer mag, gibt Speckwürfeli dazu.
Bärlauch nicht mit Aronstab verwechseln. Der Knoblauchgeruch ist unverwechselbar.
Herbst · 1 Tag trocknen

Kräutersalz

Damit nicht alle Gartenkräuter einwintern müssen.

  • Basilikum
  • Oregano
  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Salbei
  • Rosmarin
  • Thymian
  • grobes Naturkornsalz
  1. Kräuter klein schneiden.
  2. Mit dem Salz im Mörser vermörsern, bis alles fein ist.
  3. Einen Tag trocknen lassen.

Das Salz konserviert die Kräuter. Auch wenn es nicht ganz trocken ist, schimmelt nichts.

Herbst · 1 Monat haltbar

Basilikum-Pesto

Wenn der Basilikum im Herbst langsam verblüht, sind die Blätter noch gut für ein Pesto.

  • 3 Handvoll Basilikum
  • 40 g Pinienkerne
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz
  • 250 g Olivenöl
  • 50 g Parmesan

Alles ausser dem Parmesan im Mixer zerkleinern, dann den Parmesan unterrühren. In saubere kleine Gläser füllen, mit Olivenöl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren.

Sommer · Morgensonne

Rosenduft

Ein Parfum aus duftenden Rosenblättern, gepflückt in der Morgensonne.

  1. 200 g Rosenblätter in zwei Hälften teilen.
  2. Erste Hälfte mit 0,5 Liter kochendem Wasser übergiessen, 1 Stunde ziehen lassen, abgiessen.
  3. Zweite Hälfte dazugeben, kurz aufkochen, nochmals 1 Stunde ziehen lassen.
  4. Blätter entfernen, sieben, in sterilisierte Sprühfläschchen füllen.
Nicht auf Kleider sprühen, die Farbe kann abfärben.

Tee

Zwei Mischungen für die Winterzeit.

Kräuter und Tees in Glaskaraffen
Bei Erkältung

Pfefferminze, Holunder- und Lindenblüte

Getrocknete Pfefferminzblätter mit getrockneten Linden- und Holunderblüten: wärmend und schweisstreibend. Mit etwas Thymian dazu löst der Tee auch Schleim bei Husten. Die perfekte Mischung für den Winter.

Jeden Tag im Winter

Zitronen-Ingwer-Tee

Gut für Verdauung und Immunsystem.

  • ¼ Zitrone, unbehandelt
  • 2 bis 3 cm Ingwer
  • 1 TL Honig

Mit heissem Wasser aufgiessen, ziehen lassen, täglich geniessen.